Kurz zu uns. Wir sind Eric und Bas, Vater und Sohn. Wir haben KUUS. gegründet, nachdem die Schwiegermutter von Eric zwei Tage auf dem Küchenboden lag. Ihr Telefon lag auf der Arbeitsplatte, sie kam nicht heran. Wir kennen die Angst der Pflege aus der Ferne also aus der eigenen Familie.
Was bedeutet Pflege auf Distanz?
Sie wohnen in München, Ihre Mutter in Hamburg. Sie rufen oft an, Sie kommen am Wochenende, aber die täglichen Dinge können Sie nicht selbst erledigen. Das ist Pflege auf Distanz: verbunden sein und organisieren, ohne körperlich in der Nähe zu sein.
Sie unterscheidet sich von der Pflege vor Ort in einem Punkt. Ihnen fehlen die kleinen Zeichen. Sie sehen nicht, dass sich die Post stapelt, dass der Kühlschrank leer ist, dass die Mutter unsicher auf den Beinen geworden ist. Diese Zeichen müssen Sie auf einem anderen Weg bekommen.
Viele fühlen sich deswegen schuldig. Das müssen Sie nicht. Entfernung macht Sie nicht zu einem schlechten Sohn oder einer schlechten Tochter. Sie verlangt nur etwas mehr Organisation und etwas weniger Zufall.
Die größte Sorge: ein unbemerkter Sturz
Fragen Sie zehn Angehörige, die aus der Ferne pflegen, wovon sie nachts wach liegen, und neun nennen dasselbe. Nicht die Einkäufe. Nicht die Behördenpost. Den Sturz.
Ein Mensch, der allein wohnt und stürzt, kommt oft nicht mehr ans Telefon. Mal wegen des Sturzes selbst, mal aus Panik, mal weil er kurz ohnmächtig wird. Und wenn Sie hundert Kilometer entfernt sitzen, kann viel Zeit vergehen, bis es jemand merkt.
Deshalb beginnt Pflege auf Distanz mit dieser Frage: Wie erfahre ich es, wenn etwas passiert, und wie schnell ist dann Hilfe da? Der Rest ist wichtig, aber das ist der Kern.

Praktische Wege, aus der Ferne verbunden zu bleiben
Ein paar Dinge, die in der Praxis am meisten bringen.
Feste Anrufzeiten
Nicht „ich melde mich mal“, sondern ein fester Rhythmus. Jeden Abend um sieben, oder jeden Morgen nach dem Frühstück. Der Vorteil ist nicht nur der Kontakt. Wird zur festen Zeit einmal nicht abgehoben, wissen Sie sofort, dass etwas sein könnte.
Ein Nachbar in der Nähe
Ein Mensch ganz in der Nähe, der einen Schlüssel hat und den Sie anrufen dürfen, wenn Sie sich Sorgen machen, ist viel wert. Treffen Sie diese Absprache, bevor sie nötig wird, nicht danach.
Einkäufe und Behördliches organisieren
Vieles geht aus der Ferne. Einkäufe liefern lassen, Bankgeschäfte gemeinsam per Online-Banking, Post digital. Das spart Ihnen Fahrzeit und Ihren Eltern Aufwand.
Kontakt zu Hausarzt und Pflegedienst
Sorgen Sie dafür, dass Sie wissen, wer der Hausarzt ist und ob ein Pflegedienst kommt. Bitten Sie darum, als Kontaktperson hinterlegt zu werden. Einen Überblick über Unterstützungsmöglichkeiten und Leistungen der Pflegeversicherung gibt die Verbraucherzentrale.
Hilfsmittel für die Pflege auf Distanz
Technik löst nicht alles, aber die richtigen Hilfsmittel nehmen viel Unruhe. Ein paar verbreitete.
- Videotelefonie. Ein Tablet oder Telefon, mit dem Sie sich sehen. An einer Stimme hört man mehr, als man denkt, und Sie sehen, ob jemand gut aussieht.
- Smarte Türklingel oder Kamera. Für manche Familien angenehm, um zu sehen, ob Besuch da war. Für andere zu sehr Überwachung. Sprechen Sie darüber.
- Eine Notrufuhr mit SOS-Taste und Sturzerkennung. Das Hilfsmittel, das direkt auf die größte Sorge eingeht: den Sturz, den niemand merkt. Dazu unten mehr.
- Medikamentenspender. Wenn das Erinnern an Medikamente zum Problem wird, gibt ein Spender rechtzeitig ein Signal.
Wobei eine Notrufuhr hilft, und wobei nicht

Ehrlich dazu, was sie kann. Eine Notrufuhr ist eine Armbanduhr mit SOS-Taste und Bewegungssensoren, die einen Sturz erkennen können. Drückt Ihr Elternteil die Taste, oder erkennt die Uhr einen Sturz, ruft sie automatisch Sie oder einen anderen hinterlegten Kontakt an. In der Uhr steckt eine eigene SIM-Karte, sie funktioniert also ohne Smartphone und auch draußen, im Garten, auf der Straße, auf dem Weg zum Einkaufen.
Für die Pflege auf Distanz ist genau das der Teil, den Sie selbst nicht abdecken können. Sie sind nicht in einer Minute in Hamburg. Die Uhr kann Sie aber in einer Minute wissen lassen, dass etwas ist, mit dem Standort dazu.
Ehrlich auch dazu, was sie nicht kann. Eine Notrufuhr verhindert keinen Sturz. Sie ist kein Medizinprodukt, sie stellt nichts fest, sie überwacht keine Krankheit. Sie macht eine Sache gut: schnell Hilfe holen, wenn es schiefgeht. Bei KUUS ruft die Uhr Sie an, keine Notrufzentrale, denn bei einem echten Notfall soll der Mensch, der am meisten an Ihren Eltern hängt, es als Erster wissen.
Das ist auch der Grund, warum es ohne Abo geht. Sie kaufen die Uhr einmalig und wählen die SIM-Karte selbst. Keine laufenden 25 bis 35 Euro im Monat wie bei einem Zentralen-Dienst. Für Ihr Elternteil ist es eine Uhr. Für Sie ist es Sicherheit.
Sie möchten wissen, welches Modell passt? Sehen Sie sich die Notfalluhren für Senioren an, mit SOS-Taste, Sturzerkennung und GPS.
Wie Sie das Gespräch ohne Bevormundung führen
Das Schwierigste an der Pflege auf Distanz ist oft nicht die Technik, sondern das Gespräch. Viele Eltern hören „du brauchst Hilfe“ als „du bist alt und schaffst es nicht mehr“. Dann gehen die Hacken in den Boden.
Was hilft:
- Machen Sie es über sich, nicht über die Eltern. Nicht „Mama, ich finde, du musst einen Notruf tragen“, sondern „Mama, ich liege wach, wenn du abends nicht abhebst, mit dieser Uhr weiß ich, dass du einfach rufen kannst, wenn etwas ist“. Das ist keine Diagnose, das ist ein Kind, das ruhiger schläft.
- Verkaufen Sie eine Uhr als Uhr. Eine Notrufuhr sieht aus wie eine normale Smartwatch. Schenken Sie sie als schönes Geschenk, nicht als medizinisches Gerät.
- Fangen Sie klein an. Eine Sache nach der anderen. Erst die festen Anrufzeiten, später die Uhr. Zu viel auf einmal fühlt sich wie eine Übernahme an.
- Schenken Sie es zu den Feiertagen. Zu Weihnachten sind Sie ohnehin länger zusammen und sehen oft, was sonst nicht auffällt. Eine Uhr zu verschenken ist dann leichter, als das Thema getrennt anzusprechen.
Wann eine Notrufuhr nicht die Lösung ist
Das liest man selten, es gehört aber dazu. Eine Notrufuhr passt nicht in jede Situation.
- Wenn immer ein gesunder Partner zu Hause ist. Dann gibt es das Problem, das die Uhr löst, eigentlich nicht.
- Bei weit fortgeschrittener Demenz. Wer die Uhr ständig ablegt oder verliert, trägt sie nicht zuverlässig. Dann passt eine andere Lösung besser.
- Wenn Ihr Elternteil grundsätzlich keine Technik am Körper will. Diesen Kampf verlieren Sie öfter, als Sie ihn gewinnen. Führen Sie dann lieber ein anderes Gespräch über Sicherheit in der Wohnung.
- Wenn Sie eine rund um die Uhr bewachte Zentrale wünschen. KUUS ruft die Familie an. Für schwerere medizinische Begleitung ist ein Zentralen-Dienst besser geeignet.
Lieber ein ehrliches Nein als ein bereuter Kauf.
Häufige Fragen
Die Fragen, die wir am häufigsten zur Pflege aus der Ferne bekommen. Steht Ihre Frage nicht dabei? Klicken Sie unten rechts auf das Foto von Hans, er hilft Ihnen gerne weiter.
Wie kümmere ich mich um meine Eltern, wenn ich weit weg wohne?
Mit einer Mischung aus festen Anrufzeiten, einer Kontaktperson in der Nähe, Hilfe bei Einkäufen und Behördlichem, und Hilfsmitteln, die Ihnen zeigen, dass alles in Ordnung ist. Die wichtigste Frage, die Sie zuerst klären sollten: Wie werden Sie gewarnt, wenn etwas passiert, und wie schnell ist dann Hilfe da.
Welches Hilfsmittel ist bei Pflege auf Distanz am besten?
Das hängt von der größten Sorge ab. Ist es ein Sturz oder plötzliches Unwohlsein, ist eine Notrufuhr mit SOS-Taste und Sturzerkennung am gezieltesten, weil sie auch draußen funktioniert und automatisch anruft. Geht es eher um Einsamkeit und Kontakt, hilft Videotelefonie mehr.
Funktioniert eine Notrufuhr auch, wenn ich im Ausland wohne?
Ja. Die Uhr ruft die hinterlegten Kontakte an, das kann auch eine ausländische Nummer sein. Gut zu regeln: Hinterlegen Sie zusätzlich jemanden in der Nähe Ihrer Eltern, damit immer schnell jemand vor Ort sein kann.
Bekomme ich eine Meldung, wenn meine Mutter stürzt?
Bei einer Notrufuhr mit Sturzerkennung ruft die Uhr automatisch den ersten Kontakt an, wenn sie einen Sturz erkennt und der Alarm nicht selbst beendet wird. Sie bekommen dann den Anruf, mit dem Standort dazu. Sturzerkennung ist keine perfekte Technik, ein Fehlalarm kommt selten vor, ein unbemerkter Sturz ist aber weit schlimmer.
Braucht eine Notrufuhr ein Abo?
Nicht zwingend. Es gibt Modelle ohne Abo, bei denen Sie selbst eine Prepaid-SIM-Karte wählen, oft ab etwa 5 Euro im Monat. Bei Modellen mit Notrufzentrale zahlen Sie 25 bis 35 Euro im Monat. Bei KUUS ruft die Uhr direkt die Familie an, ohne laufende Kosten.
Fazit
Pflege auf Distanz heißt nicht, alles zu übernehmen. Sie heißt, so aufgestellt zu sein, dass Sie es erfahren, wenn es schiefgeht, und dass dann schnell Hilfe kommt. Feste Anrufzeiten, jemand in der Nähe, und für die größte Sorge, den unbemerkten Sturz, eine Uhr, die selbst anruft.
Die Schwiegermutter von Eric lag damals zwei Tage am Boden, bevor es jemand merkte. Wir haben KUUS. gegründet, damit das einer anderen Familie nicht passiert. Die Uhr ist ein Mittel, kein Selbstzweck.


